...plauderseite
*boah*

http://www.youtube.com/watch?v=jwMj3PJDxuo

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falco

war wohl eine überdosis gestern.
oder die beiträge schlecht gewählt.
oder beides.

ich konnte ihm schon mal mehr abgewinnen.

die "symphonic" ist übrigens ganz schön geworden. man hat aus dem vorhandenen material das beste gemacht. besser ging wohl nicht.
schade, dass das projekt nicht durchgeführt werden konnte, als er noch lebte.

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Schwierig,

in die Gänge zu kommen bei dem Wetter.

Interessante Folgeerscheinungen von Goisern:
Dauernd von Musik umgeben sein zu wollen.
Ständige Selbstabklopfung auf Umsetzung des Gelernten.
Zu einem eingeschworenen, hochmotivierten Haufen zu gehören...

Dazu muss man wissen:
Vergangene Woche, also vom 26. August bis 1. September war ich in Bad Goisern auf dem sog. "Bläserurlaub". Recht schnell wurde mir klar, dass der Urlaub nur deshalb so heißt, weil sich der Gutteil der Seminarteilnehmer dafür Urlaub nehmen muss, denn das Seminar an sich hat mit Urlaub nicht mehr recht viel zu tun.
Am Sonntag kamen wir an, kaum eingerichtet in der Ferienwohnung ging es weiter zur Seminaranmeldung, dann weiter zur allgemeinen Einführung und Einteilung. Danach gab es bereits die ersten Unterrichtsstunden. Ich dachte, ich könnte faul sein und schrieb mich für "Dirigieren" ein. Im Verlauf der Woche bin ich oft gefragt worden, wieso gerade dirigieren, also auch hier die Antwort: Bereits mit 17 war ich "Kapellmeisterin" einer kl. Dorfkapelle, nebenbei leitete ich einen kl. Kirchenchor.
Von 1995 - 1997 machte ich den Kapellmeisterkurs des NÖBV und auf dem Kons. belegte ich den Schwerpunkt - Kurs "Ensembleleitung".
Die Kapelle kam mir abhanden und die Leitung des Chores legte ich freiwillig nieder. Seitdem hab ich nicht mehr dirigiert.
Nun ist es aber so, dass ich wieder in ebenjener Blaskapelle mitspiele. Es gibt zwar einen ausgezeichneten Kapellmeister und einige Stellvertreter, doch der Kapellmeister wird oft genug gemobbt (von einem anderen Verein) und die Stellvertreter bestehen eigentlich nur am Papier (2 davon sind Profimusiker und somit die meiste Zeit anderswo verpflichtet). Also bin ich vor dem Sommer schon einige Male in die Verlegenheit gekommen, den Haufen zu leiten und stellte fest, dass mir das Handwerkszeug und die Routine abhanden gekommen waren.
Weiter beim Sonntag in Bad Goisern. Ich wurde damit konfrontiert, dass ich nicht den Dozenten haben würde, wie im Programm angegeben. Was mir aber gleich war. Der einspringende Dozent kam erst am Montag und so wachelten wir vorübergehend mit dem Ersatz für den Ersatz. Das war faszinierend und gleich eine große Gaude und eine große musikalische Woge.
Nach dem ersten Wacheling ging es auf die Gamsjaga - Tage, wo es Bier aus Plastikkrügen gab.
Montag: Eigentlich wollte ich schon um 8 wacheln gehen, der Dozent schickte uns "Hauptfach - Dirigenten" aber wieder weg. Die Veranstaltung um 8 war "Dirigieren für Fortgeschrittene" und es erachteten sich mehr Seminarteilnehmer als fortgeschritten, als erwartet. Also wackelte ich wieder in die Ferienwohnung, sah dem Rest der Truppe beim munterwerden zu und ging mich dann "konzentrieren". Ich stellte aber bald fest, dass ich da nicht unbedingt viel Neues lernen konnte, also strich ich diesen Programmpunkt wieder.
Um 11 war es dann soweit. Wir Hauptfächler waren dran. Als erstes fiel mir auf, dass sich die "Wiener Schule" in einigem von der "Salzburger/Oberösterreichischen Schule" unterschied. Der letzte Puls des letzten Schlages wurde in der Nähe des ersten Pulses des ersten Schlages gegeben. Das ist zwar sinnvoll, aber wenn man Jahr und Tag wienerisch dirigiert geht die Umstellung nicht ganz so schnell. Aber schön ausschauen tut die westliche Schule schon...
Um 13.30 ging es weiter zum "Elementar - Ensemble", zusammengesetzt aus Leuten, die gerade einmal wussten, an welchem Ende man ins Instrument blasen muss, damit so etwas wie ein Ton heraus kommt über Leute, die noch keine Orchestererfahrung hatten, bis hin zu Leuten, die gerade ein bisschen Ahnung hatten. An und für sich sollten wir Hauptfachwachler dort nur hospitieren, mir war aber schnell klar, dass das kl. Trompetenhäuflein nicht zu Rande kam. Also fragte ich den J. (der bei dem wir am Sonntag Ersatzersatzunterricht hatten), ob ich aushelfen sollte. Und ich half.
Um 15.15 ging es weiter mit "Big Band". Der Seminarleiter himself gab sich die Ehre. 55 Leute.
Um 17.00 war das fertig, schnell in Quartier, ein bisschen ausspannen, frisch machen und dann weiter zu einem weiteren Ensemble.
Am Abend dann wieder fort, ausgiebig.
Am Dienstagmorgen fühlte ich mich wie eine Wasserleiche, sah auch irgendwie so aus und brauchte bis 11, bis ich mich halbwegs erfangen hatte.
Gleiches Programm wie Montag, nebstbei erwähnte J., dass er am Samstag, beim großen Abschlussevent nicht mehr da wäre und somit wir die Hauptfachwachler die Ehre hätten, das Elementar Ensemble zu leiten. Er meinte: "Ich prob Euch das ein bissl an und ab morgen macht Ihr es dann." Mir fiel das Stück "Mission Impossible" zu. (Nomen est omen, dachte ich mir.)
Nach einer Stunde Pause ging ich zum "Bläserkammerorchester" das J. leitete, war verzückt und den Tränen nahe, hatte Schmerzen und ca. 37.000 Miniorgasmen - Musik gibt es, ich sage Euch!!!
Abends dann wieder fort, doch die Lehre aus dem Morgen ziehend. Zudem beschloss ich, dass es nicht unbedingt vorteilhaft aussieht, wenn man um 13.30 vor einem Orchester steht und noch einen Kater im Gesicht hat. Das brachte mir zwar Unmutsgegrunze meiner Mitstreiter, aber das war mir lieber, als dass ich womöglich Tags darauf meine 5/4 nicht zusammenhalten könnte.
Am Mittwoch dann die Frage, ob wir denn mit Staberl dirigieren würden. Ja, doch, schon. Also: Staberl heraus. Ich wachelte einen rechten Schmarrn zusammen, als stellte sich der Herr LKM hinter mich, um mir den Arm zu führen und irgendwann brach ich in helles Gelächter aus. Er blickte mich etwas verwirrt an und ich sagte: "Tut mir leid. Aber irgendwie komm ich mir vor, wie bei Harry Potter." - Die nächsten 5 Minuten war an dirigieren nicht zu denken.
13.30 - ich trat meine unmögliche Mission an. Am Abend zuvor hatte ich mir die Partitur zurecht gelegt und begann mit einer Stelle, bei der alle den so charakteristischen Rhythmus zu spielen hatten (was mir Lob von J. bescherte). Das war aber auch das einzige was funktionierte. Ich konnte trotz relativer Ausgeschlafenheit meine 5/4 nicht zusammenhalten. Zuviel passierte. Eine neue Schlagtechnik, die ich umsetzen wollte, unglaubliches Gegrunze von rechts (Hornabteilung), allgemeine Zählunfähigkeit.
Schlagartig änderte sich mein Status: Ich war prominent. Und fortan wurde ich auf der Straße gegrüßt...
Bei der Nachbesprechung kam ich nicht allzu gut weg. Fortan dirigierte ich bei jeder Gelegenheit meinen 5/4 - Takt. Beim Gehen, beim Rauchen, beim Tratschen und überhaupt immer. (Gut dass die Goiserer solche Anblicke gewohnt zu sein scheinen.) Meine Mitbewohner nahmen es auch mit Gelassenheit, bzw. ersetzten mir bei besonders schwierigen Stellen sogar das Orchester. Danke!
Abends wieder Holzbläserkammermusik, dann Solistenkonzert, dann Weinkost. Nächsten Tag dirigieren schon um 9.00. Also ging ich noch braver heim, als schon am Dienstag (gut, dass ich nicht zu den Weintrinkern gehöre). Meine Zimmergenossin kam irgendwann um 4 heim. Großes Herumgewurschtel, dann Ruhe. Dachte ich. Sie begann im Piano zu schnarchen, steigerte sich über ungefähr 7 "Atemzüge" zum Fortefortissimo, um dann kurz inne zu halten und in ungeheures Gematschker und Gewimmere auszubrechen. Das ging die ganze Zeit so: Geschnarche bis kurz vor der Impolsion, dann Gematschkere. Um ca. 7.30 schiss ich darauf, und stand auf.
Der Donnerstag hatte begonnen. Die erste Frage des LKM um 9.00: "Und, ausgeschlafen?" - kostete mir ein müdes Lächeln. Wir machten Gehörbildung. "Du hörst gut! Die Bewegung sitzt auch..." Lob? Lob! Ich war gewachsen. Ich zeigte ihm dann noch, dass ich große Fortschritte in der Unabhängigkeit meiner beiden Arme gemacht hatte. Er war sehr zufrieden.
10.00 Misson Impossible.
Nachbesprechung, J.: "Oida, schen laungsam was Zeit, dass D' in 5/4 Takt dazahst. Weniger reden. Mehr vorzeigen..." Das Lob von vorhin weggeblasen.
14.00 Quartier. Ich will mich kurz hinlegen, erwache um ca. 18.00 aus einer Art Bewusstlosigkeit. Meine Zimmergenossin ist weg, spielt in der Eishöhle am Dachstein. Unter Schmerzen dirigiere ich bis 19.30 die unmögliche Mission.
Dann Kurspartie. Um 3 gebe ich auf, gehe ins Quartier kann nicht schlafen. Höre meine Mitstreiter gestaffelt nachhause kommen, als letzte meine Zimmergenossin. Bis 8.30 dann allgemeines Dahindösen. Dann von links: "Bist scho munter?" Ich: "Sowas Ähnliches." "Und hoiwa 9 is a scho." Pause.
"Hur! Hur! Hur!" - Meine Zimmergenossin springt wie von der Tarantel gestochen auf, rennt ins Bad unter unwiedergebbarem Zeter und Mordio, um gleich darauf wieder mit der Zahnbürste im Mund heraus zu kommen: "Eigentlich brauch i mi jetzt a nimma tummeln."
Schön. Ich warte, bis sie fertig ist und stehe wie gerädert auf.
Der Freitag hat begonnen.
11.00 Gewachel. Das erste Mal in dieser Woche nicht trocken, sondern mit Musik. Alles geht zäh und schwierig von der Hand. Wir werden mit wirklich guten und verwertbaren Tipps entlassen.
13.30 der Moment, da der Aff ins Wasser springt. Generalprobe. Eine Querflötistin hält mich auf und meint: "Sag könntest uns nicht den Rhythmus vorher vorsingen, das ist so schwierig, blablabla." Ich gemahne sie an die Eigenverantwortlichkeit, blablabla. Der Kollege dirigiert sein Stück, dann sind keine Noten da und meine unmögliche Mission wird vorgezogen. Irgendwie merke ich, dass zw. den Stücken eine kleine schlagwerktechnische Umbaupause entsteht. Ich pflanze mich also vor dem Orchester auf, klatsche so gut wie unhörbar das Metrum und ploppe den Rhythmus darein. Den ersten Versuch muss ich nach 2 Takten abbrechen. Ein Tubist kommt gerade erst drauf, dass die ersten 2 Takte des Stücks im 4/4 Takt sind. Später bin ich nochmal dran. Diesmal geht es durch. Ein Klarinettist sackt nach dem Schlusston erschöpft in sich zusammen und meint: "Bist du deppat." J. dirigiert das Stück nochmal durch und ich merke mir gut, dass er eben genau nichts tut, als beinhart durchzudirigieren.
Abends Kirchenkonzert. Dann fort. Ich bleibe diesmal ein bisschen länger, breche aber wieder früher ab. Ich beschließe mir den Wecker realistisch zu stellen und freue mich darauf, ausschlafen zu können.
Ich finde auch soetwas Ähnliches wie schlaf, bis 7.30. Meine Zimmergenossin kommt soeben heim. Packt mit dem Lärm einer durchzechten Nacht ihre Sachen, macht sich fertig und geht. Ich bin so grantig, dass an Schalfen nicht mehr zu denken ist. In aller Ruhe mache auch ich mich fertig, viel zu früh.
Ich bin unsäglich nervös. Und das schon Stunden vor dem Auftritt. Ich gehe nochmal alle Stellen durch. Dirigiere, atme, dirigiere, fluche, atme.
Dann Abschlusskonzert. Wir sind früher in der Zeit. Die ersten beiden Stücke spiele ich mit. Gott sei Dank bleibt mir die Einstimmerei erspart. Die beiden ersten Stücke gehen gut.
Jetzt bin ich dran. Als hätte mir jemand die Kniescheiben gestohlen stelle ich mich vor das Orchester, flüstere ihnen zu: "Ihr müsst mich retten!" Klatsche das Metrum, ploppe den Rhythmus, zwinkere allen zu, alle lächeln.
Beim Horneinsatz drohen wir zu zerbröseln. Ich dirigiere weiter, fange wieder alle ein. Pack - Schlusston. Bravorufe aus dem Publikum. Sämtliche Beinknochen bis zur Hüfte fehlen mir. Ich zittere wie Espenlaub. Lasse das Orchester aufstehen, verbeuge mich stellvertretend. Alles ist gut.
Viele aus dem Orchester kommen zu mir, klopfen mir auf die Schulter, bedanken sich, loben mich, sind happy. Der Seminarleiter kommt zu mir, hält mich so lange, bis ich aufhöre zu zittern. Ich bin fertig. Erschöpft. Leer. Und glücklich.

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könnt das lesen. also lest: ich werde hier ständig im...
by mystagog (13.12.17, 23:34)
hübsch eigentlich. :-)
gefällt mir.
by mystagog (13.03.16, 23:49)
mal sehen was das ding
hier jetzt wieder macht.
by mystagog (13.03.16, 23:48)
hm...
by mystagog (23.11.14, 14:11)
test
by mystagog (23.11.14, 14:11)
aber man muß dem gegner
wenichstens klarmachen das man es kann
by ZIWODO (12.05.14, 13:35)
Manch eine kann es
halt einfach. Das muss neidlos anerkannt werden.
by genoveval (12.05.14, 12:21)
Judith Butler "Gerade weil wir
zerstören können, sind wir verpflichtet, es nicht zu tun." Was...
by mystagog (07.05.14, 21:38)
Meine Hände Meine Hände riechen
nach Messing und Öl. Ein bisschen nach Farbe und Seife....
by mystagog (07.05.14, 21:21)
nein. die sind eher
eine angenehme randerscheinung...
by mystagog (29.04.14, 09:15)
links und so

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